🜊 Auflösung Gaarden, dritter Stock, kalter Flur, Neonlicht Graffiti, Müllprobleme, Geschreie, Streit und Blaulicht Einsatzwagen, Hausordnung, Anzeige und Ausweis die drückende Luft, Schuhe an, raus – mein Ausweg Pushmeldungen: Krieg, Preise, Ticker & Alarm Welt im Dauerfeuer-Modi, die Menschen müde und hart Pflanzen, Platten, Bücherstapel, Viertel-Ordnung, Klang baue mir den Kosmos so, dass der Moment mich tragen kann Bewerbungen im Morgengrauen, Cursor blinkt im blauen Licht Absagen wie Copy-Paste, „leider passt es diesmal nicht“ Lebensweg voll Fähigkeiten, jedes Jahr mir ein Beweis doch sie seh’n nur Stundenlohn und drücken Wert zum Preis Sitze im Büro, Chefs erklär’n flüchtig wie es geht Sie hören, wie ich Zahlen, Daten & Phrasen runterbet Mein Wert auf ihren Tischen in Zahlen und in Zeit Druck macht Kohle zu Diamant – ich wachse durch den Streit PAUSE (00:50) Sekunden lösen Schwerkraft, fallen lautlos von der Wand Monitorlicht wie Mondschein legt sich kühl auf meine Hand draußen kreist die Welt noch weiter, doch sie reicht mich nicht hier beginnt mein innerer Orbit, fern von Zeit und Pflicht PAUSE (01:13) Abends dann im Zimmer, Rechner – digitale Welten Kabel zieh’n wie Adern Strom durch Wände, Buchsen, Felder Salz mein Leib, der Körper, Schwefel brennt im Klanggeschehen Der Beat ist wie Planeten die elyptische Bahnen ziehen Kick mein Puls, Snare mein Schritt, Bass mein Fundament jede Welle trägt mich weiter, der Bauchdruck wird Ferment Tagsüber Disziplin – Durch Arbeitsalltag Gelder nachts nur Atem, Klanggeflechte – Die alten Lyrikwälder Worte steigen auf wie Dampf aus inneren Gefäß kondensieren dann zu Klarheit, n' Tropfen Wahrheit, jeder Vers jeder Ton ein leiser Lehrer, zeigt mir Richtung ohne Zwang und ich geh durch diese Nacht wie durch alt vertrautes Land PAUSE (01:45) Keine Nummer, keine Rolle, nur Bewusstsein im Moment was sie messen wollten, löst sich auf wie Staub im Wind trag den Kern wie ein Portal still unter meiner Brust und der Morgen findet mich – ruhig, wach und selbstbewusst Der Morgen sickert langsam blau und gold durch meinen Raum Und der Staub tanzt still im ersten Licht aus altem Traum kein Gericht mehr, kein Beweis, kein Müssen, kein Vergleich solve et coagula – und mein Atem trägt mich leicht